Unterhaltung im KI-Modus: warum steht in biblischen texten oft das wort "aber", ohne dass ein gegensatz zu etwas vorstehendem besteht?
warum steht in biblischen texten oft das wort "aber", ohne dass ein gegensatz zu etwas vorstehendem besteht?
Das häufige, scheinbar unpassende Wort „aber“ in deutschen Bibelübersetzungen (besonders bei Martin Luther) liegt an den grammatikalischen Besonderheiten der biblischen Ursprachen Hebräisch und Griechisch.
Hier sind die drei Hauptgründe kurz erklärt:
1. Das griechische Wort „dé“ (δέ)
Im Neutestamentlichen Griechisch verbindet das Wörtchen dé Sätze miteinander.
- Es bedeutet meistens einfach nur „und“, „nun“ oder „weiter“.
- Es markiert oft nur einen neuen Erzählschritt oder Gedanken.
- Luther hat dieses rein verbindende Wort sehr oft standardmäßig mit „aber“ übersetzt.
2. Das hebräische Wort „waw“ (ו)
Im Alten Testament wird fast jeder Satz mit dem Buchstaben waw eingeleitet.
- Dieses Wort ist ein Allzweck-Bindeglied.
- Es kann „und“, „dann“, „so“, „obwohl“ oder eben „aber“ bedeuten.
- Da das Hebräische kaum Nebensätze kennt, reiht es Hauptsätze aneinander. Übersetzer wählen manchmal „aber“, um den Text im Deutschen rhythmischer zu gestalten, selbst wenn kein echter Gegensatz vorliegt.
3. Der historische Sprachwandel
Zur Zeit Martin Luthers im 16. Jahrhundert hatte das deutsche Wort „aber“ eine viel breitere Bedeutung als heute.
- Es wurde oft als Partikel zur Weiterführung einer Geschichte genutzt (vergleichbar mit „wiederum“ oder „nun“).
- Es drückte damals nicht zwingend einen Widerspruch aus, sondern signalisierte dem Zuhörer lediglich: „Es geht weiter im Text“.
Moderne Bibelübersetzungen (wie die Gute Nachricht Bibel oder die BasisBibel) ersetzen dieses „aber“ heute meist durch „und“, „nun“ oder lassen es ganz weg, um den Text flüssiger lesbar zu machen.
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