Schwarz und Weiß – Gut und Böse

"Wir alle wissen", dichtete Paul McCartney in seinem Lied "Ebony And Ivory" (s. u.), "dass Menschen sich gleichen …", denn "Es ist Gutes und Böses in jedem."

Da hatte er sicher recht. Es ist in uns allen vorhanden, aber ungleich ausgeprägt: manche Menschen sind sehr böse, andere dagegen nur wenig; entsprechend ist es mit dem Gutsein. Und wenn man den Blick weiter schweifen lässt, als ihn nur auf Gut und Böse zu richten, kommen zahllose Verschiedenheiten zwischen Jung und Alt, Mann und Frau sowie den Bewohnern der einzelnen Länder hinzu.

In zweierlei Hinsicht sind wir indessen total gleich: dass wir uns nicht selbst gemacht haben, und dass wir alle sterben müssen. Was zwischen Geburt und Tod liegt, wird sehr unterschiedlich gesehen und gelebt und ist oftmals nur schwer zu bewältigen. Wenn wir uns bemühen, einander zu verstehen und friedlich zusammenzuleben, kann manches besser, erträglicher werden. Und das ist wohl der eigentliche Sinn des Liedes, das auch eine klagend-ratlose Frage an Gott enthält.

Im Original und in deutscher Übersetzung lautet es auszugsweise:

Ebony and Ivory live together in perfect harmony
side by side on my piano keyboard
oh Lord, why don't we?
 
We all know
that people are the same wherever you go
there is good and bad in ev'ryone,
we learn to live,
we learn to give each other
what we need to survive together alive.
 
Ebony and Ivory
live together in perfect harmony
side by side on my piano keyboard
oh Lord, why don't we?
  Ebenholz und Elfenbein leben zusammen in perfekter Harmonie
Seite an Seite auf meiner Klaviatur.
O Herr, warum nicht auch wir?
 
Wir alle wissen,
dass Menschen sich gleichen, wohin man auch geht.
Gutes und Böses gibt es in jedem.
Wir lernen zu leben,
einander zu geben,
was wir brauchen, um gemeinsam zu überleben.
 
Ebenholz und Elfenbein
leben zusammen in perfekter Harmonie
Seite an Seite auf meiner Klaviatur.
O Herr, warum nicht auch wir?

und ist so (oder, was den deutschen Text angeht, mit geringen Variationen) mehrfach im Internet zu finden.
Hier gibt es ein Video dazu, von dem das folgende Bild einen Ausschnitt zeigt: die vergrößerten schwarzen und weißen Tasten eines Klaviers mit zwei Menschen ebensolcher Hautfarbe begegnen einander – im Reich der Musik!



Als kein großer Freund der Musik und ihrer Interpretation wie in dem Video, erwähne ich es trotzdem in dieser Glaubensseite. Paul McCartney, geb. 1942, der als junger Mann zu den Beatles gehörte und in den folgenden Jahrzehnten sehr erfolgreich in der Welt der Popmusik war, wandte sich in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der ernsten Musik zu: der Orchester- und Chormusik. Unter anderem schrieb er das Oratorium "Ecce Cor Meum".[1] In [2] wird sein sakrales Schaffen in eine Reihe mit den Werken Bachs, Mozarts und Beethovens gestellt. Die betreffende Internetseite enthält Hörproben, und bei YouTube gibt es zahlreiche Videos des Oratoriums, zum Beispiel hier.[3]  (Anm.: 1997 wurde McCartney von der britischen Königin zum Ritter geschlagen und durfte sich von da an "Sir" nennen.) Von Paul McCartney stammt der Satz: "Wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würde jeder Vegetarier werden."

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Ecce_Cor_Meum
[2] www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Paul-McCartney~Oratorium
[3] https://www.youtube.com/watch?v=869-Yj1hKPI

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